Immer wieder berichten Medien nach der Landung eines Segelflugzeugs auf einem Feld von einer „Notlandung“. Dieser Begriff vermittelt jedoch häufig einen falschen Eindruck. In den allermeisten Fällen handelt es sich nicht um eine Notlage, sondern um eine sogenannte Außenlandung. Jedoch ist es ein normales, geplantes und regelmäßig trainiertes Verfahren im Segelflug. Warum Außenlandungen vorkommen, wie sie ablaufen und weshalb sie als sicher gelten, erläutern wir in diesem Beitrag.
Was ist eine Außenlandung?
Als Außenlandung bezeichnet man die Landung eines Segelflugzeugs außerhalb eines Flugplatzes auf einer geeigneten Fläche, meist einer landwirtschaftlich genutzten Wiese oder einem abgeernteten Feld. Im Gegensatz zur Notlandung handelt es sich dabei um ein geplantes und kontrolliertes Verfahren, das von Segelflugpilotinnen und -piloten regelmäßig trainiert wird.
Außenlandungen gehören seit den Anfängen des Segelflugs zum Flugbetrieb und sind ein fester Bestandteil der Ausbildung.
Warum kommt es zu Außenlandungen?
Segelflugzeuge nutzen die Energie der Atmosphäre, um Höhe zu gewinnen und Strecken zurückzulegen. Dabei sind sie auf Aufwinde angewiesen. Besonders bei längeren Streckenflügen kann es vorkommen, dass die Wetterbedingungen schlechter werden als erwartet oder keine ausreichenden Aufwinde mehr gefunden werden.
Typische Gründe für eine Außenlandung sind:
- Nachlassende Thermik oder Wetterverschlechterungen
- Gegenwind oder andere meteorologische Einflüsse
- Große Entfernung zum Heimatflugplatz oder zum nächsten Flugplatz
- Sicherheitsbewusste Entscheidung des Piloten, frühzeitig eine geeignete Landefläche auszuwählen
Eine Außenlandung ist daher kein außergewöhnliches Ereignis, sondern Teil des normalen Segelflugbetriebs.
Ablauf einer Außenlandung
Sobald absehbar ist, dass ein Flugplatz nicht mehr sicher erreicht werden kann, beginnt die sorgfältige Planung der Außenlandung.
- Auswahl eines geeigneten Feldes
Der Pilot sucht nach einer ausreichend großen, ebenen und hindernisfreien Fläche. Dabei werden Faktoren wie Windrichtung, Bewuchs, Stromleitungen, Zäune oder andere Hindernisse berücksichtigt. - Beurteilung der Umgebung
Das ausgewählte Feld wird aus der Luft genau betrachtet. Anflugrichtung, Ausweichmöglichkeiten und mögliche Gefahrenquellen werden bewertet. - Anflug und Landung
Der Anflug erfolgt nach einem festgelegten Verfahren ähnlich einer Flugplatzlandung. Ziel ist eine präzise und kontrollierte Landung mit ausreichenden Sicherheitsreserven. - Rückführung des Flugzeugs
Nach der Landung wird das Segelflugzeug zerlegt und mit einem Anhänger zurück zum Flugplatz transportiert. Oft unterstützen dabei Vereinsmitglieder oder die Rückholmannschaft.
Sicherheit steht an erster Stelle
Außenlandungen sind kein Notfall, sondern ein regelmäßig trainiertes Verfahren. Bereits während der Segelflugausbildung lernen Pilotinnen und Piloten die Auswahl geeigneter Landeflächen sowie die Planung und Durchführung von Außenlandungen.
Auch erfahrene Streckenflugpiloten beschäftigen sich während jedes Fluges fortlaufend mit möglichen Landemöglichkeiten entlang ihrer Route. Dadurch bleibt jederzeit eine sichere Alternative zum Flugplatz verfügbar.
Die sorgfältige Ausbildung, die kontinuierliche Übung und die konservative Entscheidungsfindung sorgen dafür, dass Außenlandungen im Segelflug sicher und kontrolliert durchgeführt werden können.
Wir legen großen Wert auf eine fundierte Ausbildung und regelmäßiges Training. So sind unsere Pilotinnen und Piloten bestens darauf vorbereitet, auch in solchen Situationen sicher und verantwortungsvoll zu handeln.
